Das Rootserver-Experiment

Erlebnisse eines Rootserver (Beinahe-) Neulings

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Archiv für November, 2007

Xen relabelled: Sun xVM

Thursday, November 15th, 2007

Nachdem Oracle bereits vor einigen Tagen seine Xen-Version vorgestellt hat, ist endlich Sun dran: Als xVM wird ein modifizierter (?) Xen-Hypervisor angeboten werden, der Solaris-Instanzen ausführen wird. Das Produkt passt hervorragend in Suns Angebotspalette: Wer Solaris virtualisieren wollte, musste bislang zur recht teuren Niagara-Architektur greifen — bei dieser gibt es einen massiv in Hardware unterstützten Hypervisor gratis dazu. Zu Einstiegspreisen ab ca. 3000€ netto bekommt man zwar gut auf I/O und Multithreading optimierte Hardware und die Möglichkeit dutzende Linux- und Solaris gleichzeitig zu starten, muss aber auf x86-Binärkompatibilität verzichten. Daneben bietet Sun mit den Solaris Zones eine Containerlösung, die ähnlich den BSD-Jails, Linux-VServer oder OpenVZ funktioniert — performant aber nicht ideal, es hilft auch nicht, dass man in eine Solaris-Zone dank Linux-ABI einen Linux-Container stecken kann: Es bleibt ein Solaris-Kernel mit allen Eigenheiten.

Bleibt zu hoffen, dass xVM nicht mit den langsam etablierten Xen-Schnittstellen bricht. Ich möchte in der Lage sein, auf einem normalen Xen eine openSOLARIS-Instanz auszuführen und umgekehrt unter xVM Linux-Instanzen mit xenifiziertem Distributionskernel. Dass ich viel Xen nutze, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Ich durfte in der letzten Zeit so auch die Nachteile von Xen kennenlernen. Insbesondere Wünsche ich mir eine einfache Möglichkeit, leichtgewichtige Virtualisierung (aka Chroot-Erweiterungen) auf schwergewichtiger Virtualisierung (aka Xen) nutzen zu können — und so letztlich mehr aus der Hardware rauszuquetschen als mit Xen und dennoch deutlich flexibler zu sein als nur mit leichtgewichtiger Virtualisierung.

Scheint, dieser Traum könnte mit openSOLARIS-Zones auf Xen Wirklichkeit werden.

Browserbasteleien

Saturday, November 3rd, 2007

Ich warte ja schon seit einer Weile auf eine offene, freie, schnelle Firefox-Alternative. Dazu wünsche ich mir Plugin-Kompatibilität mit Firefox und die Wahl zwischen einem Gtk+- und einem Qt-Interface. Wunschtraum? Mitnichten. WebKit, die Browser-Engine, die als KHTML begann, von Apple weiterentwickelt wurde und nun — nach einigen Querelen — die Basis für künftige KDE-Browser abgibt, kann all das.

WebKit ist derzeit Hype: Origyn auf Internet Tablets wird Webkit als Engine verwenden, Safari kommt auch für Windows und Linuxer, die kein KDE wollen werden mit einem WebKit-Epiphany bedient. Dazu bringt Qt4.4 — und damit viele Windows-Anwendungen künftig Webkit als Rendering-Engine für Helpfiles etc. Webdesigner werden also nicht drumrumkommen, WebKit in die Liste der Testbrowser aufzunehmen.

Spasseshalber hab ich mir deshalb mal unter Gutsy Webkit aus dem SVN gezogen. Mondaybynoon zeigt recht gut, wie das geht. Der Startbefehl war beim Build vom 3. November 2007 etwas anders, aber ansonsten läuft das Ding:

WebKit/WebKitBuild/Release/bin/QtLauncher

Viel Browser ist noch nicht zu sehen: Es gibt keine Möglichkeit, die Schriftgröße zu setzen und die Navigation ist noch ziemlich einfach (vor, zurück, neu laden und abbrechen). Dennoch kann man sich bereits einen Eindruck über Bugs, Fähigkeiten und Geschwindigkeit verschaffen — trotz sehr geschwätziger Debug-Meldungen.