Goodbye, FreeBSD — Hello Ubuntu!

Es ist soweit. Nach fast acht Jahren FreeBSD und praktisch nahtlose Updates seit FreeBSD 3.2 bis 6.2 steht nun eine Ablösung auf meinem Desktop an. Das beste wird durch das zweitbeste aller Betriebssysteme ersetzt. Die Gründe sind vielfältig, aber der Schritt zu Linux ist nun einfach vernünftiger:

  • Virtualisierung: Ich erstelle zur Zeit viele DVDs für Computerzeitschriften. Qemu ist nicht immer ideal zum Testen, ich möchte in Zukunft auch VMware nutzen können — Und gerade modifizierte Linux-Live-CDs lassen sich besser unter Linux bauen und testen
  • Chroot: Ich muss in der Lage sein, schnell und einfach mehrere Linux-Chroot-Umgebungen für Kundenprojekte nutzen zu können. Mit FreeBSDs Linuxolator geht das zwar, aber nicht immer optimal
  • Datenaustausch: Wir haben hier mittlerweile einiges an externen Festplatten, die EXT3 formatiert sind — das lässt sich mittlerweile fast so gut als Austauschmedium verwenden wie FAT. Dazu kommen mit SquashFS statt ISO9660 erstellte DVDs — proprietär, aber auch das geht mit Linux
  • Ich will Spaß: Mein Garmin GPS 60 möchte ich auch am Desktop auslesen können, fürein Flash-Plugin möchte ich keine Verrenkungen in Kauf nehmen und das N800 soll auch unter Linux flashable sein

Ein FreeBSD-Rechner bleibt wohl im Büro, sei es nur zu Testzwecken. Auf dem Server werde ich bei FreeBSD bleiben. Ich betreibe zwar auch drei Server mit Xen und einigen Linux-Instanzen, aber FreeBSD hat doch den einen oder anderen Vorteil:

  • Virtualisierung: Linux bringt keine im Kernel enthaltene Virtualisierungstechnik wie Jails mit. Mit den BSD-Jails lassen sich virtuelle Server ähnlich effizient einsetzen wie sonst nur Shared Hosting — wenn die Kunden hinsichtlich der Prozessorlast nicht allzu sehr in die vollen gehen. Mit den richtigen Nutzern sind deshalb dort 30 Jails möglich wo sonst nur 10 Xen-Instanzen gegangen wären
  • Software: Das Ports-Packages-System ist robust und flexibel zugleich. Nichts unter Linux kommt an dieses Paketsystem heran.
  • Aufbau: Die klare Trennung zwischen Grundsystem und zusätzlicher Software erlaubt es, jenseits der kritischen Basis “Bleeding Edge” zu fahren und dennoch ein am Fundament stabiles System zu nutzen.
  • Verlässlichkeit: Bei FreeBSD gibt es klare Roadmaps für das gesamte System während man bei Linux darauf hoffen muss, dass die Distributoren die richtige Kombination treffen.

Auf dem Server kann ich mir deshalb zur Zeit schwer ein Leben ohne BSD vorstellen. Ideal wäre natürlich die Kombination: FreeBSD-DomUs unter Xen, die wiederum Jails enthalten. Doch zu den ganzen Virtualisierungslösungen werde ich in den nächsten Tagen mal meinen Senf abgeben. Und außerdem ist noch ein Artikel in der Pipeline, der die FreeBSD-Installation auf einem Strato-Rootserver beschreibt. Ganz ohne FreeBSD wird es michdemnach so schnell nicht geben.

PS: Das Update auf Xorg 7.3 hat problemlos geklappt :-D