Mit dem Netbook unterwegs: Argentinien Halbzeit

Mittlerweile sind wir zehn Tage unterwegs. Mit dabei relativ schmales IT-Equipment: EeePC 701, Garmin 60, Digitalkamera und einige SD-Karten sowie USB-Sticks. Ich bin wirklich froh, das Netbook und kein Internet-Tablet mitgenommen zu haben. Mit dabei sein sollte auch ein kleiner Adapter für Euro-Stecker, da gerade in Neubauten keine Steckdosen mehr installiert werden, die sowohl Eurostecker als auch argentinische Y-Stecker schlucken. Derartige Adapter bekommt man auch für gut einen Euro bei jedem kleinen Elektro-Installateur.

Die Internetanbindung in Argentinien ist in den recht weit auseinander liegenden Großstädten ordentlich: “Banda Ancha” heißt manchmal ADSL mit 384Kbit/s und bestenfalls Kabelmodem mit bis 6MBit/s. Ein Gerätchen mit normalem Ethernet-Port ist gerade im letzten Fall äußerst praktisch: Unsere Ferienwohnung in Palermo Hollywood verfügte üer ein simples Kabelmodem — Einstecken, DHCP und gut ist es. Wer mit iPhone oder Tablet unterwegs ist, wird sich in einem solchen Fall dazu genötigt sehen, einen teuren Reise-AP zu kaufen. Auch 3G ist mittlerweile weit verbreitet und teilweise zu akzeptablen Konditionen erhältlich. Außerhalb der Großstädte – in der Pampa – ist allerdings nicht mit hohen Datenraten zu rechnen. Da man in großen Städten leicht WIFI-Hotspots findet, stellte sich für mich trotz mitgebrachtem Huawei-Stick die Frage nach 3G nicht.

Als richtiger Reinfall stellte sich ein versehentlich in Buenos Aires durchgeführtes Ubuntu-Update heraus — nach der Ankunft in San Carlos de Bariloche. Meine Intrepid-Installation akzeptierte weder über WLAN noch über Ethernet die zugewiesene IP-Adresse. Auch das manuelle Setzen per “ifconfig” lieferte einen Fehler, der auf Änderungen an der Kernelkonfiguration schließen lies. Geholfen hat es schließlich, den Network-Manager zu deaktivieren und die WPA-Konfiguration per “/etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf” vorzunehmen. Zum Preis eines erheblich längeren Bootvorgangs. Den exakten Ursachen des Problems werde ich zuhause auf den Grund gehen.

Eigentlich bin ich froh über das kleine Asus-Netbook — es ist kleiner, leichter, robuster und billiger als die Zehnzöller mit Festplatte –, unpraktisch ist allerdings der geringe verfügbare Speicherplatz auf SSD und SD-Karte: Gerade auf den langen Busreisen ist eine Offline-Wikipedia praktisch, wenn man etwas über eines der nächsten Ziele nachlesen möchte. Vielleicht hätte ich auch noch Google Earth installigen sollen und einige Ruby-Scripte schreiben, um die dem Garmin entlockten GPX-Dateien von einzelnen Touren gleich in KML-Dateien zu visualisieren…

Genug für heute, wir sitzen gerade im Bus, oben, ganz vorne und haben die Sonne schräg im Rücken. Ich werde nun zwischen einigen toten Fliegen durchzielen und noch ein paar Fotos schießen.

S 39 53.694
W 69 53.483

Fotos und Links folgen

18 thoughts on “Mit dem Netbook unterwegs: Argentinien Halbzeit

  1. Michael Dahms

    Hallo Matthias – Viel Spaß noch in Argentinien … Wieviele Steaks/Asados habt Ihr denn schon verdrückt ;-)

    Was das 701/4G anbetrifft kann ich nur zustimmen. Einfach klasse der kleine Begleiter. Ich hab auf der SSD nur noch 0,77GB frei und würde mich über mehr Speicher ebenfalls freuen. Vielleicht nimmst Du in Dein perfektes Netbook-Setup ja noch ein Kapitel “Modding” mit auf. Intern mehr Speicher wie SDHC, CF-Adapter, Secondary IDE, Bluetooth etc. ohne ein Löt-Gott zu sein das wär es eigentlich.

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