Das Rootserver-Experiment

Erlebnisse eines Rootserver (Beinahe-) Neulings

Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist Mattias Schlenker, Inhaber Mattias Schlenker IT-Consulting Mattias Schlenker work Dietrich-Bonhoeffer-Str. 3, 40667 Meerbusch. Germany work Fon +49 341 39290767. Meine USt-ID (VATIN) lautet: DE240998538. http://www.mattiasschlenker.de

Diese Seite läuft unter Wordpress 2.x.x. News und Kommentare können als RSS-2.0-Feed abonniert werden.

Mal wieder: Mattias und Mobiltelefone

Ach, wenn es doch so einfach wäre: Im letzten Jahr bin ich zum richtigen Mobiltelefon-Afficionado gereift, lieb gewonnen habe ich besonders das minimalistische F3 und mein ständig E71, das — dank wunderbarer Daumen-Tastatur — auch als mobile Blog- und Twitter-Maschine dient.

Dennoch juckt es mich irgendwie in den den Fingern und ich hätte gerne ein zweites, etwas weniger vernünftiges “modernes” Telefon. Ein Spielzeug, an dem man sehen kann, was zur Zeit Stand der Technik ist: Location Based Services, Social Networking, Medienplayer, aber auch Geek-Spielzeug und ein wenig Testumgebung für eigene Programme. Heiss sind derzeit:

  • iPhone 3GS
  • Palm Pre
  • Nokia N97
  • T-Mobile G1
  • HTC Magic

Dumm nur, dass alle irgendwie nerven:

  • iPhone 3GS

    Ich habe mir schon vor ein paar Wochen einen iPod touch (refurbished, man ist ja Schwabe) geholt, um ein wenig mit der Nutzerführung zu spielen und vielleicht Mitglied des erlauchten Kreises der iPhone/iPod-Entwickler zu werden ($99 Eintritt). Die Bedienung des Gerätes ist wirklich simpel, was auch davon herrührt, dass stark vereinfacht wurde. Meine Ambitionen, für diese Plattform zu entwickeln, wurden in den letzten Tagen aber mehrfach eingebremst: 1. Apple als Unternehmen tritt recht großkotzig gegenüber den Fragen der Entwickler auf, 2. Apples Rolle als Kerberus für iPhone-Applikation hinsichtlich “explicit language” oder “ausführbarem Code” hemmt nicht nur Kreativität der Programmierer, sondern auch die Freiheit erwachsener Rezipienten. Nicht mit mit!

  • Palm Pre

    Die Hardware scheint brauchbar, die Möglichkeit, wie eine Zahnbürste induktiv zu laden, ist sexy, das Ding läuft unter Linux und die Oberfläche ist wie Firefox-Erweiterungen oder Vista-Sidebar-Gadgets eine Kombination aus JavaScript und XML. Erste Homebrew-Applikationen, die den Framebuffer direkt ansprechen tauchen auf, doch das ist mir einfach zu roh: Ein SDK wird Palm irgendwann im Spätsommer nachliefern.

  • T-Mobile G1 und HTC Magic

    Dem Linux basierten Android gehört sicher die Zukunft. Dennoch benötigt es wohl noch eine Weile, bis sich die Entwickler-Community gesetzt hat und eine klare Richtung erkennbar ist. Das würde mich wohl weniger stören, wenn nicht die Lage bei den Geräten zurzeit etwas eintönig wäre: Googles G1 gibt es nur bei T-Mobile, HTC Magic bei Vodafone (in den USA als T-Mobile myTouch). In beiden Fällen bindet man sich einen jahrelangen Vertrag ans Bein. Immerhin: Das G1 kann für runde 500 Euro als DevPhone aus den USA bestellt werden, das Magic wurde als Ion letztens bei einer Entwicklerkonferenz verschenkt und taucht nun bei eBay auf.

  • Nokia N97

    Ganz besonders zwiegespalten bin ich beim N97 — einerseits faszinieren die Eckdaten: Ausklapptastatur, Touchscreen, erweiterbar mit MicroSDHC, Widgets auf dem Desktop, schneller ARM, Multitasking. Auf der anderen Seite steht aber das wohl noch nicht ausgereifte S60 5th Edition mit teils massiven Problemen bei der Responsiveness. Das Gerät ist mit derzeit 550 Euro brutto ohne Vertrag auch nicht billig — aber immerhin verfügbar. Auf der Haben-Seite kann S60 eine brauchbare Python-Umgebung für die schnelle Anwendungsentwicklung zwischendurch verbuchen. Und wer mehr will, kann ja mit Qt für S60 spielen. Dazu ist diese gesamte S60-Programmierung ziemlich diskriminierungsfrei. Was mich beim N97 etwas abschreckt ist die “Geschichte zweier Blogger” auf Engadget.

Leicht ist es nicht. Eigentlich habe ich gehofft, Nokia würde nach dem 5800 ein etwas edleres Touchscreen-Telefon mit Widgets und 5th Edition bringen. Erste Bilder des nun als 5530 aufgetauchten Gerätes sahen danach aus. Dumm nur: Das 5530 hat kein HSDPA, kann folglich unterwegs nur EDGE (immerhin ist WLAN an Bord), kostet dafür aber auch nur soviel wie ein iPod touch.

Warten wir also ab: wenn Nokia in den nächsten Monaten die Dinge mit der Responsiveness der UI hinbekommt und vielleicht dem N97 einen kleinen Bruder zur Seite stellt, ist ein Series60-Gerät fällig. Kommt bei Android soetwas wie Wettbewerb und Telefone ohne Vertragsbindung auf, könnte ich dieser Plattform eine Chance geben. Beim Pre bin ich skeptisch. Und Apple: Ich habe wenig Bock, mich von einem Hard- und Softwarehersteller so zu Affen machen zu lassen, wie es derzeit oft der Fall ist.

Es bleibt wohl noch eine Weile bei der Kombination aus E71 und N800…

18 Antworten auf “Mal wieder: Mattias und Mobiltelefone”

  1. Marco (June 22nd, 2009 um 10:25 pm)

    Schau dir mal das xda / htc diamond 2 an…

  2. Daniel (June 22nd, 2009 um 10:30 pm)

    Du hast bei den Android Handys das Samsung i7500 bei O2 vergessen. Für knapp 440 Euro kannst du das kaufen oder jeweils für 17,5 Euro im Monat abstottern.

  3. LinuxHobby (June 22nd, 2009 um 10:57 pm)

    Das G1 und das HTC Magic gibt’s bei Amazon ohne Vertrag ;)

  4. brian (June 22nd, 2009 um 11:19 pm)

    Daniel: Is das mittlerweile draussen? Ich warte schon seit Wochen! Zuerst mal auf den Erscheintermin. Dann halte ich hoffentlich noch ein paar Wochen durch, um Erfahrungsberichte abzuwarten…

  5. Christoph (June 22nd, 2009 um 11:25 pm)

    Das Samsung i7500 kommt aber erst im Juli. Sieht aber sehr interessant aus. Könnte das erste Handy werden, dass mich von meinem guten alten Siemens M45 abbringt.

  6. Daniel (June 23rd, 2009 um 6:28 am)

    Zum Samsung i7500 (Seite 7) – ich sehe da Erscheinungsdatum, demnach würde ich annehmen, dass man es bereits jetzt bestellen kann:

    http://o2online.de/nw/assets/blobs/pdfs/my-handy-flyer.pdf

  7. ToBe_HH (June 23rd, 2009 um 8:05 am)

    Aktuell wird für das Samsung i7500 KW 27 angepeilt – wobei dann auch noch nicht gesagt ist ob es eher am Anfang (Ende Juni) oder am Ende (Anfang Juli) der KW rauskommt. Lang kann es aber nicht mehr dauern, auch weil Amazon es schon im Programm hat (hatte). (Link zu Amazon: http://tinyurl.com/lqs9k2 )

    Von den bestehenden Android-Telefonen (inkl. der bisher angekündigten) ist das sicher eines der besseren. Das Display muss (laut SPIEGEL – siehe http://www.spiegel.de/netzwelt/mobil/0,1518,629750,00.html) wirklich brilliant sein und Du hast auch die microSD-Card-Erweiterung. Es sei denn, man benötigt eine Tastatur, dann bleibt wohl nur das G1.

    Wie LinuxHobby schon gesagt hat, gibt es auch alle Telefone ohne Vertrag bei Amazon (und sicher auch wo anders) für inzwischen erträglich viel Geld.

  8. ToBe_HH (June 23rd, 2009 um 8:14 am)

    Vergaß noch etwas zu erwähnen: Wer schon Java kann, für den ist der Einstieg in Android ein Kinderspiel. Es wird das volle JDK unterstützt (nicht so eine abgespecktes Java wie bei J2ME), es gibt (noch) keine proprietären Erweiterungen (wie bei J2ME) und man hat vollen Zugriff auf alle Funktionen (Telefon, WLAN, etc.). Es gibt inzwichen auch Python für Android (Java kann ja inzwischen auch Skript-Sprachen). Die Shop-Fee ist nur $25, eine Prüfung vor Veröffentlich findet augescheinlich nicht statt. Für mich persönlich finde ich die Entwicklung mit Android echt angenehm.
    Nachteil ist, dass der Support eher dem eines OpenSource-Projekts entspricht (was Android ja am Ende des Tages irgendwo auch ist). Sprich: Die Doku ist verbesserungsfähig und für Detail-Fragen muss man teilweise recht ausführlich seine Suchmaschine bemühen.

    Wie das beim iPhone aussieht, dürfte hinreichend bekannt sein. Hier sollte der Umstieg für C++-Programmierer einfacher sein und ich würde erwarten, dass der Support (sowohl die Doku von Apple, als auch von der Community) besser ist.

    So langsam eine brauchbare Alternative wird HTML5: Mit offline-Support, eingebauter Datenbank und einem Grafik-Objekt (canvas) kann man auch vernünftige HTML5-Anwendungen bauen, die dann (hoffentlich) sowohl auf dem iPhone als auch auf Android und Pre laufen.

  9. goto (June 23rd, 2009 um 2:05 pm)

    Das G1 kostet bei amazon.de 333Euro, bei ebay bekommt man es neu für unter 250Euro. Wird deshalb wahrscheinlich in den nächsten Wochen mein neues Handy. :)
    Gute Gründe wurden ja schon von ToBe_HH genannt, wobei ich mit einer Aussage nicht ganz übereinstimme:
    “Es wird das volle JDK unterstützt (nicht so eine abgespecktes Java wie bei J2ME)”
    Man arbeitet zwar mit dem JDK um Android Apks zu entwickeln, aber mit Java SE hat das nicht mehr viel zu tun. Viele “Grundklassen” sind zwar verfügbar aber das wars dann auch schon, es wäre mir zumindest neu das man Swing auf Android benutzen kann.
    Auch wurde z.B. die Datumsklasse (GregorianCalendar) durch eine neue bessere(? – steht zumindest so in der doku) ergänzt.

  10. Mattias (June 24th, 2009 um 7:55 am)

    Danke für die vielen Kommentare. Zunächst möchte ich sagen, dass WinMO Nicht in Frage kommt. Wir sind hier ein reiner Unix-Laden (Linux, verschiedene BSDs, OS X), eine Entwicklungs- und Testumgebung für WinMO aufzusetzen ist da nicht drin. Dabei sit die Programmierung von WinMO in C++ oder C# sicher eine feine Sache und die Plattform an sich eher offener als das iPhone OS.

    Das Samsung macht einen guten Eindruck und dürfte bei einem Preis von unter 350 Euro einen Blick wert sein. Auf Fotos wirkt das Gehäuse schonmal edler als beim Magic/Touch.

    Zu Android: DalvikVM und die zugehörige Klassenbibliothek ist streng genommen keine Java™ VM, weil nicht vollständig zu den Java-Spezifikationen kompatibel — weder auf API- noch auf ABI-Seite. Daher kein ™ für Dalviks Java. Natürlich entsprechen die Basisklassen denen des regulären Java-APIs, aber da scheint die Gemeinsamkeit aufzuhören. Ich bin mit Java-Programmierung vertraut, bin aber nicht so tief im Standard-API drin, dass ich ein Problem mit Dalvik hätte.

  11. Andrea Berger (June 25th, 2009 um 11:22 am)

    Hallo!

    Interessanter Artikel über deinen inneren Zwiespalt :)
    Das Nokia N97 hat in der Tat tolle Eckdaten. Ein vollkommen perfektes Handy kriegt man wahrscheinlich wirklich nicht, aber das ist ziemlich ziemlich nah dran.

    Na ja, ich hab übrigens einen Blogartikel über das N97 geschrieben. Wenn du Interesse hast, kannst du ja mal vorbeischauen.

    Liebe Grüße
    Andrea Berger