Das Rootserver-Experiment

Erlebnisse eines Rootserver (Beinahe-) Neulings

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Archiv für August, 2009

Nokia — Chance verpasst

Tuesday, August 25th, 2009

Zwei Neuigkeiten hat Nokia in den letzten Tagen vorgestellt, beziehungsweise wird sie demnächst auf der Nokia World vorstellen: Ein schlankes, schickes Netbook mit integrierter 3G-Unterstützung, sauberer Verarbeitung und einem Softwareumfang, der auf Geschäftsleute zielt. Und das RX51 — oder wahrscheinlich eher N900 genannte — Tablet, welches das N810 beerbt. Auf den ersten Blick eine Evolution, auf den zweiten Blick der iPhone-Killer, der eigentlich das N97 hätte sein sollen: Im Gegensatz zu seinen Vorgängern lässt sich das N900 auch im Hochformat nutzen und es bietet Telefonfunktionen.

Mit all den Neuerungen der letzten 12 Monate wird das größte Problem von Nokia deutlich: Die schier unüberschaubare Anzahl an Plattformen. Im Lowend-Bereich hat Nokia seine Series30-Oberfläche, die sich an die teureren Geräte anlehnt, aber keine Softwareinstallation bietet und meines Wissens kein Multitasking beinhaltet. Darüber steht Series40, schlank schnell, UMTS-tauglich und für einfache Telefone im Midrangebereich gedacht, aber auch für Edel-Telefone wie das 8800, bei denen neben Design die Telefonfunktion anerster Stelle steht. Darüber kommt Series60 auf SymbianOS in einer Version für Tastaturbedienung und einer Version für Touchscreens (wie das N97, 5800 oder 5230). Die Tablets 770, 800, 810 und jetzt das telefoniefähige N900 verwenden die Linux basierte Distribution Maemo, welche derzeit traditionell auf Gtk+ als Toolkit setzt. Nun kommt mit Windows 7 auf Netbooks eine weitere Plattform hinzu. Diese ist relevant, weil Nokia beispielsweise Programme wie den Ovi-Client auch auf der Netbook-Plattform anbieten muss. (more…)

Akoya E1210 und Kernel 2.6.30.5

Monday, August 17th, 2009

Mittlerweile ist der Ralink-Treiber für den 802.11n-Chipsatz des Medion Akoya E1210 im Mainline-Kernel gelandet. Zwar nur im experimentellen Staging-Zweig, aber zumindest für die Chipsatz-Revision des E1210 stabil genug für den täglichen Einsatz. Die Installation des separaten Ralink-Treibers entfällt damit. Unter Ubuntu 9.04 ist die Installation recht schnell bewerkstelligt:

  • Kopieren der Konfigurationsdatei: Zuerst wird die Konfigurationsdatei /boot/config-2.6.28-xx-generic als .config in das entpackte Kernel-Quellcode-Verzeichnis kopiert.

  • Neubau der Konfiguration: Hier rufen Sie das Kommando make oldconfig auf. Sie müssen nun einen Haufen Fragen beantworten. Falls Sie keine Lust haben, sich mit dem Inhalt der Fragen zu Treibern und Features auseinanderzusetzen, antworten Sie mit m (neue Funktion als Modul bauen) oder n (neue Funktion weglassen).

  • Aktivierung der Staging-Treiber: Rufen Sie make menuconfig auf und navigieren Sie zu “Device Drivers -> Staging Drivers”, wo Sie “Staging Drivers” aktivieren, indem Sie das Sternchen bei “Omit staging drivers from being built” herausnehmen. Jetzt können Sie den Treiber für Ralink 2860 aktivieren.

  • Bau und Installation des Kernels: Nach mehrfachem “Exit” wird die neue Kernelkonfiguration gespeichert. Bauen Sie mit make und installieren Sie den neuen Kernel mit make modules_install && make install.

  • Neubau der Bootloader-Konfiguration: Ich habe in der Datei /etc/initramfs-tools/initramfs.conf auf MODULES=list umgestellt und in der Folge in /etc/initramfs-tools/modules nur die Zeile i915 eingefügt. Anschließend baut mkinitramfs -o /boot/initrd.img-2.6.30.5 2.6.30.5 das neue Initramfs und update-grub erstellt die Bootloader-Konfiguration neu.

That’s it. Natürlich muss man bei Sicherheits-Updates am Kernel mit frischen Patches (und alter Config) neu bauen, aber diese Konfiguration läuft bei mir unter Ubuntu 9.04 stabil. Unter 9.10 wird sie wohl nicht mehr nötig sein.