Ubuntu 8.04 auf dem EeePC [Update]

Dieser Beitrag ist mit Erscheinen der finalen Version von Ubuntu 8.10 hinfällig. Siehe Das perfekte Netbook-Setup: 1. Installation von Ubuntu/Xubuntu 8.10

Mit relativ geringem Aufwand lässt sich Ubuntu 8.04 (getestet wurde Alpha 4 Update: Alpha 6 Beta 1 final) auf dem EeePC installieren. Einzige Hürde ist der Start der Installation, für den wir einen bootfähigen USB-Stick vorbereitet haben. Die Bootdateien können Sie herunterladen und mit ihnen den Stick unter Linux oder Windows bootfähig machen. Die eigentliche Installation erfolgt dann über den Ethernetadapter (und Ihren DSL-Router) übers Internet. Das so installierte Ubuntu entspricht (bis auf zwei Dateien) der Standardinstallation — es müssen also keine unregelmäßig aktualisierten zusätzlichen Repositories eingebunden werden, was mittelfristig der Wartbarkeit sicher entgegenkommt.

Auch die Installation auf SDHC (SD High Capacity mit 4GB oder mehr) oder eine externe USB-Festplatte ist problemlos möglich. So kann das Xandros auf “Platte” verbleiben und Ubuntu gefahrlos getestet werden.

So sieht’s aus:

Und so geht’s:

  • USB-Stick vorbereiten: Laden Sie die von mir vorbereiteten USB-Boot-Dateien usbboot-8.04.1-final.zip herunter und kopieren Sie den Inhalt des Ordners stick in das Wurzelverzeichnis des USB-Sticks. Per Doppelklick auf die Datei makeboot.bat machen Sie den Stick bootfähig (Achtung: Laufwerksbuchstaben des Sticks ohne Doppelpunkt eingeben. Linux-Anwender können syslinux-3.55/unix/syslinux auf dem nicht gemounteten Stick (hier /dev/sdc1) aufrufen:

    ./syslinux /dev/sdc1

    Achtung: Sind auf dem Ubuntu-Spiegelserver neuere Versionen der Dateien linux und initrd.gz als vom 10. März 2008 verfügbar, kopieren Sie diese bitte auf den Stick.

  • Boot vom Stick: Schalten Sie den EeePC ein und drücken Sie sobald der Startbildschirm erscheint [Esc], nach einigen Sekunden sollte das Bootmenü erscheinen, in dem Sie zwischen “Festplatte”, Stick oder Ethernet auswählen können (Screenshot). Nach Auswahl des USB-Sticks erhalten Sie das Bootmenü des Ubuntu-Installers (Screenshot).

  • Start der Installation: Es startet nun die Installation und Sie werden aufgefordert, einige Parameter wie Sprache, Tastatur und Spiegelserver einzugeben. In der Regel können Sie die Vorgaben übernehmen. Als Tastatur wählten wir “Germany” ohne Schnickschnack. Wenn Sie selten Accents etc. brauchen, können Sie eine Variante mit “nodeadkeys” wählen. Rechnername (bspw. “eeepc”, Benutzername, Passwort etc. bedürfen keiner Erläuterung). Nachtrag, 21. Februar: Bitte verwenden Sie als Spielgelserver bei Problemen archive.ubuntu.com statt de.archive.com. Der “Master” wird schneller aktualisiert!

  • Partitionierung der Festplatte: Wählen Sie auf jeden Fall die manuelle Partitionierung. Löschen Sie die beiden Linux-Partitionen des Xandros und lassen Sie die beiden anderen Partitionen am Ende der Platte unangetastet. Erstellen Sie im gesamten freien Platz eine große primäre Linux-Partition mit dem EXT2-Dateisystem (!), der Sie als Mountpoint “/” zuweisen (Screenshot, Screenshot)

    Beim Abschluss der Partitionierung werden Sie darauf hingewiesen, dass Sie keinen Platz für Swap zugewiesen haben. Ignorieren Sie die Warnung: Swap würde die Lebensdauer des Flash-Speichers extrem ein wenig verkürzen, ist auf der SSD saulahm und Platz ist eh keiner.

  • Installation des Grundsystemes: Es folgt die Installation des Basissystems. Hierfür werden etwa 400MB Dateien heruntergeladen, was je nach Geschwindigkeit des Internetzugangs dauern kann. Den Fortschritt der einzelnen Dateien können Sie mit [Strg]+[F4] verfolgen, mit [Strg]+[F1] gelangen Sie wieder zurück zum Installationsmenü.

  • Paketauswahl: Wählen Sie in der anschließenden Paketauswahl nichts aus. Ein kleiner Bug in der Installationsroutine, der sich regelmäßig in Ubuntus Betas einschleicht, verursacht Probleme mit der Abhängigkeitsauflösung. Wir installieren die gewünschten Pakete später von Hand.

  • Abschluss der Installation: Zum Schluss wird der Bootloader installiert und der Rechner heruntergefahren. Entfernen Sie den USB-Stick nun.

Erster Start und Grundkonfiguration

  • Erster Start: Der erste Start wird mit Error 21: Selected disk does not exist fehlschlagen, weil Grub falsch konfiguriert ist. Drücken Sie daher zunächst [Esc] um das Grub-Menü zu erhalten, dann die Taste [E], um die Editieroptionen angezeigt zu bekommen. Durch erneutes Drücken von [E] gelangen Sie in den Editiermodus für die Root-Zeile. Ändern Sie diese von

    root (hd1,0)

    auf

    root (hd0,0)

    Mit [Enter] schließen Sie das Editieren ab und mit [B] booten Sie mit geänderten Einstellungen.

  • Root-Dateisystem ohne Accesstime: Verwenden Sie vim um in der Datei /etc/fstab das Root-Dateisystem ohne Accesstimes zu mounten — das verlängert die Lebensdauer der Solid State Disk:

    sudo vim /etc/fstab

    Die geänderte Zeile sollte so aussehen:

    UUID=abc... / ext2 errors=remount-ro,noatime 0 1

    Altenativ können Sie ext3 verwenden und das Commit-Intervall höher einstellen (bspw. 120 oder 180 Sekunden).

    Falls Sie Vim vergessen haben: Mit i gelangen Sie in den Einfügemodus, mit [Esc] zurück in den Befehlsmodus, mit :w speichern Sie Ihre Änderungen, mit :q beenden Sie Vim. Sollten Sie sich verlaufen haben, verwenden Sie [Esc] gefolgt von :q! und [Enter] — das beendet Vim ohne die Änderungen zu speichern.

  • Bootloader korrigieren: Ersetzen Sie in der Datei /boot/grub/menu.lst jedes Vorkommen von root (hd1,0) durch root (hd0,0). Speichern Sie die Datei und rebooten Sie.

  • Paketinstallation: Installieren Sie die zurückgehaltenen Pakete nach und räumen Sie auf:

    sudo apt-get install xubuntu-desktop build-essential
    sudo apt-get clean

    Rebooten Sie und loggen Sie sich am Xubuntu-Anmeldedialog an. Achtung: In Beta 4 musste hier noch ausdrücklich als Sitzung XFCE ausgewählt werden, um nicht einen leeren braunen Bildschirm zu erhalten.

  • WLAN-Treiber: Zumindest Ubuntu 8.04 Alpha 4 verfügte noch nicht über die notwendigen Treiber für die Atheros-WLAN-Karte mit PCIe-Anbindung. Prüfen Sie nach der Installation, ob das Network-Manager-Applet WLAN-Netze anzeigt. Ich habe ein kleines Script erstellt, das die gepatchten Quellen herunterlädt, kompiliert und installiert:

    sudo su -
    wget -O - http://eeepc.mattiasschlenker.de/inst-ath.sh | bash

    Achtung: Diese Befehlsfolge ist nach Kernel-Updates zu wiederholen!

  • tmpfs für den Paketcache: Ebenfalls um den Flash-Verschleiss zu reduzieren (und nicht immer aufräumen zu müssen) habe ich den Paketcache auf ein tmpfs gelegt. Das besorgt die Zeile

    tmpfs /var/cache/apt/archives tmpfs defaults 0 0

    in der /etc/fstab.

Einstellungen für den Benutzer

  • Firefox ohne Cache: Auch dem Browser sollten Sie den Festplattencache abdrehen. Bei Firefox geben Sie hierfür about:config in die Adresszeile ein und suchen nach cache. Ein Doppelklick auf browser.cache.disk.enable dreht die Variable auf false um.

  • Firefox mit Erweiterungen: Ich habe daneben noch die Erweiterungen Fullerscreen und Flashblock installiert um den Bildschirm besser ausnutzen zu können, bzw. die Akkulaufzeit beim Surfen zu erhöhen.

  • Desktopanpassungen: XFCE bietet noch einiges an Potential, um die kleine Bildschirmfläche besser auszunutzen. Ich habe eine Leiste abgestellt, die andere auf Ausblenden eingestellt, Menüs nur mit Icons etc. aktiviert. Der Screenshot zeigt das Ergebnis:

Todo

Die folgenden Punkte sind noch zu erledigen, ich verlinke dann ggf. hier:

  • Bluetooth-Adapter einrichten: Ja, ich möchte auch per GPRS ins Netz.
  • Bildschirmauflösung einstellen: In dieser Konfiguration geht nur 800×480 ohne Reboot. Das korrigiere ich noch, ggf. von Hand.
  • Webcam aktivieren: Nur eine Spielerei…

Möglicherweise erstelle ich in den nächsten Tagen auch gleich ein komplettes Image, das sich dann in einem Rutsch auf Stick oder SD-Karte übertragen lässt. Damit können dann auch bislang wenig linuxaffine Nutzer Ubuntu ausprobieren.

Feedback gerne in den Kommentaren (Captcha beachten!), ich behalte mir allerdings vor, häufig gestellte Fragen zu löschen und in den Blog-Eintrag einzuarbeiten. Wer eine gültige Email-Adresse angibt, wird darüber aber benachrichtigt.

Update (21. Februar 2008)

Unter http://eeepc.mattiasschlenker.de/ liegen nun die aktualisierten Bootdateien mit Kernel und Initrd vom 17. Februar, die wahrscheinlich bereits auf dem Stand der heute oder morgen erscheinenden Alpha 5 sind. Bitte diese verwenden!

Update (4. März 2008)

Unter http://eeepc.mattiasschlenker.de/ liegen nun die aktualisierten Bootdateien mit Kernel und Initrd vom 3. März, die wahrscheinlich bereits auf dem Stand der in einigen Tagen erscheinenden Alpha 6 sind. Bitte diese verwenden!

Update (11. März 2008)

Unter http://eeepc.mattiasschlenker.de/ liegen nun die aktualisierten Bootdateien mit Kernel und Initrd vom 10. März. Bitte diese verwenden!

Update (3. April 2008)

Unter http://eeepc.mattiasschlenker.de/ liegen nun die aktualisierten Bootdateien mit Kernel und Initrd vom 2. April. Die interne “Festplatte” wird jetzt wieder erkannt. Ein Umweg bspw. über Installation auf USB-Stick und anschließendes Kopieren ist nicht mehr erforderlich. Bitte diese Bootdateien verwenden!

Update (24. April 2008)

Unter http://eeepc.mattiasschlenker.de/ liegen nun die aktualisierten Bootdateien mit Kernel und Initrd vom 22. April. Diese entsprechen der finalen Version! Bitte diese Bootdateien verwenden! Ich werde die komplette Installationsprozedur noch einmal durchspielen, die Ergebnisse und Hilfsscripte aber in einem separaten Artikel präsentieren.

Update (4. Juli 2008)

Unter http://eeepc.mattiasschlenker.de/ liegen nun die aktualisierten Bootdateien mit Kernel und Initrd vom 20. Juni. Diese entsprechen Ubuntu 8.04.1 Bitte diese Bootdateien verwenden!

626 thoughts on “Ubuntu 8.04 auf dem EeePC [Update]

  1. Evening Gaylord

    Thema Flashverschleiss:
    Ist die SSD tatsächlich so anfällig? In sämtlichen Foren wird da immer massiv geklugshicert, aber konkrete Belege für eine durch übermäßige Schreibzyklen geschrottete ssd findet man dann doch nicht. Ich erinnere mich auch an die Tests der c`t zu USB-Sticks. Die haben es ja nichtmal geschafft eine einzelne Speicherzelle durch selektives Beschreiben zu schrotten…

    Ansonsten: nette Beschreibung. Werde ich nacher gleich ausprobieren.

  2. Guido

    Hallo. Habe gerade versucht, Ubuntu wie oben beschrieben zu installieren. Leider erfolglos, da entweder die Release-Datei oder der Spiegelserver nicht gefunden werden konnte. In der Beschreibung steht oben, man solle besser den Server “archive.ubuntu.com” anstelle von “de.archive.com” wählen. Es ist nur irgendwie überhaupt nicht möglich zu wählen. Was habe ich DAU nur wieder falsch gemacht? Wer weiß Abhilfe? Diesen Installationsschritt kann man ja leider nicht überspringen.
    Viele Dank jedenfalls für dieses Werkzeug.
    Gruß Guido

  3. Administrator Post author

    In der Liste der “Länder für Spiegelserver” steht ganz oben “Spiegelserver manuell eingeben”. Daraufhin kommt der Dialog für die Spiegelservereingabe.

  4. Administrator Post author

    In der Liste der Länder für Spiegelserver steht ganz oben Spiegelserver manuell eingeben. Daraufhin kommt der Dialog für die Spiegelservereingabe.

    Hmmm, jetzt ist was mit den Umlauten kaputt…

  5. Guido

    Vielen Dank für die schnelle Antwort. Den Punkt habe ich dann auch gefunden. Das schien aber auch nicht das Problem gewesen zu sein. Wahrscheinlich sind die Netzwerkeinstellungen fehlerhaft, die automatisch gefunden worden sind. Nun ja, ich geh jetzt erstmal schlafen. Das muß jetzt bis morgen warten.
    Gute Nacht – Guido

    Jetzt kommen doch Umlaute :o}

  6. Trent

    Hallo,

    ich wollte die Installation durchführen. leider bleibe ich immer in einem punkt hängen. Ubuntu sieht die interne festplatte nicht. nur die usb stick oder SD karte.

    weißt du woran es liegen könnte?

    vielen Dank im Voraus.

  7. lord

    Kann mir jemand Helfen, ich habe das Problem mit: “USB-Stick vorbereiten”
    ich habe mir das ZIP Runtergeladet was dort stand und habe es auf mein USB-Stick geladen und auch das datei “makeboot.bat” anklickt/gestartet…
    Es kommt ein schwartzes Fenster wo ich Enter gedrückt habe und mein USB-Laufwerk
    rein geschrieben (G)
    Jetzt sagt er mir das irgendwo das Datei “ldlinux.sys” abgelegt wurde und dass ich, dass im order stick rein kopieren soll…
    danach hab eich einfach neu gestartet mein EEE-PC (mein USB-Stick war angesteckt) und ESC gedrückt und mein USB-Stick umgestellt…
    Danach hat mein EEE PC normal wie immer gestartet (Standart betriebssystem für EEE-PC)
    Ich habe woll was falsches gemacht, könnt ihr mir helfen?
    Erklärt mir einfach was ihr gemacht habt…
    oder besser ein Video (^^)

    Ich danke für jede hilfe, danke!
    Lord

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