Abkündigungen en Masse: Debian, openSUSE, Ubuntu

Rootserver-Admins aufgepasst, für einige Distributionen wurden die Sicherheitsupdates eingestellt oder sie werden bald eingestellt. Verrottende Bits und ausbleibende Flicken können so aus Eurem Server eine tickende Zeitbombe machen.

  • Debian 3.1 wurde offiziell Ende März eingestellt, jetzt heisst es schnellstens auf Debian 4.0 zu aktualisieren. Vielleicht wird die 5.0 Ende des Jahres fertig, so dass dann bis Anfang 2012 erst einmal Ruhe ist.
  • Ubuntu 6.10 ist am 25. April 2008 fällig. Wer mit apt-get dist-upgrade aktualisieren möchte, sollte schrittweise vorgehen: zuerst auf 7.04, dann auf 7.10 und in ein paar Wochen auf 8.04. Die ist dann eine LTS-Version, die mit viereinhalb bis fünf Jahren Patches auf dem Server aufwarten kann.
  • openSUSE 10.1 hat noch einige Wochen Gnadenfrist und soll Mitte Mai die letzten sicherheitsrelevanten Updates erhalten. Aus dem Termin lässt sich abschätzen, dass openSUSE 10.2 zwischen Oktober und Dezember fällig sein dürfte. Gerade die Versionen mit dem Zenworks-Daemon haben sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert und das Paketmanagement hat einige Änderungen erfahren müssen, so Upgrades von Produktivsystemen auf 10.3 oder 11.0 spannend werden dürften.

Einen Pranger gibt es diesmal nicht. Kein großer Provider bietet derzeit Rootserver mit den auslaufenden Distributionen an. Allerdings könnten 1&1 und Strato langsam von openSUSE 10.2 auf 10.3 aktualisieren, damit Neukunden nicht in sechs Monaten aufwendig updaten müssen.

Kleiner Nachtrag: Server4You bietet heute (8. April 2008) noch Systeme mit openSUSE 10.1 an — es wäre nicht schön, wenn diese tatsächlich so ausgeliefert würden, weil so gleich am Anfang ein Update erzwungen wird.

8 thoughts on “Abkündigungen en Masse: Debian, openSUSE, Ubuntu

  1. Bandit600

    Hallo,

    habe doch was für den Pranger. Habe vor einiger Zeit mal bei Server4You angefragt, wie es denn mit einem Upgrade ausschaut auf Debian 4 (derzeit noch 3.1).. Man sagte mir, dass es wohl noch ein Stück dauern wird, bis man en Bestandskunden ein Upgrade anbieten könne.

  2. Administrator Post author

    Hallo Bandit600, es dürfte nicht ungewöhnlich sein, dass für Altsysteme selten Images von neuen Distributionen bereitgestellt werden. Hier sollte sich der Admin auf die Upgrade-Funktion des Betriebssystems verlassen können. Wo Updates schwierig sind, bleibt die Neuinstallation via VNC (klappt bei Fedora und openSUSE). Muss ein Debian neu installiert werden, hilft meist der Trick mit “debootstrap” aus dem Rettungssystem.

    Wo kein Rettungssystem vorhanden ist (ich hatte vor einer Weile mal einen 64-Bit-Strato-Server mit 32-Bit-Rettungssystem, mittlerweile gefixt), kann man Swap abschalten und eine EXT3-Partition draus machen, dorthin debootstrappen und dann aus diesem gedebootstrappten System eines mit dem alten Partitionslayout aufsetzen. Am Ende dreht man den Partitionstyp wieder um und hat wieder Swap.

    Natürlich ist es gut, fertige Images für Bestandskunden anzubieten, was aber auf Grund der Vielzahl an Hardware-Kombinationen, die sich über Jahre im RZ ansammeln ein aufwendiges Unterfangen ist. Hetzner bietet da als recht guten Kompromiss openSUSE und Fedora als VNC-Installation.

    PS: Ich habe Server4You ergänzt, die verkaufen nämlich laut Webseite noch Systeme mit openSUSE 10.1.

  3. Alexander Kasper

    Hallo,

    wer eine Anleitung für eine Systeminstallation mit debootstrap braucht, kann gerne mal auf meinem Blog vorbeischauen. Die Anleitung dort ist zwar auf einen Root Server von 1&1 abgestimmt, sollte aber bis auf Kleinigkeiten wie die Installation der seriellen Konsole und die Netzwerkeinstellungen auch bei S4Y und anderen Anbietern, welche ein Rescue System bieten, funktionieren.

    Viele Grüße
    Alex

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