Tool der Woche: id3ed — ID3-Tags auf der Kommandozeile

In den letzten Tagen habe ich meine (private) MP3-Sammlung aufgeräumt und dabei auch etliche Dateien getaggt, von denen Titel, Interpret und Album zwar bekannt waren, aber eben in den ID3-Tags am Ende der Datei fehlten. Kleine Korrekturen lassen sich in Dateimanagern wie Thunar recht problemlos im Kontextmenü vornehmen, wenn aber alle Dateien in einem Ordner mit neuen Tags versehen werden müssen, hilft nur die Kommandozeile.

Fündig wurde ich mit id3ed.

Die Anwendung ist einfach (aber nicht intuitiv). Übergibt man ohne weitere Parameter einfach nur die Namen zu ändernder Dateien, kann man in einem (mit readline versehenen) CLI die Tags ändern oder fehldende hinzufügen. Richtig spannend wird aber erst der Batch-Betrieb. Möchte man zunächst alle Dateien in einem Ordner, mit Titel, Interpret, Album und Jahr versehen, geht das mit Kleinbuchstaben und einem ‘-q’, welches anzeigt, dass die übrigen Tags nicht mehr angefasst werden sollen:

id3ed -q -n 'Marillion' -a 'Misplaced Childhood' -y 1985 -g 'Progressive Rock' *.mp3

Ob Misplaced Childhood als Progressive durchgeht, soll an dieser Stelle nicht erörtert werden. Anschließend können die einzelnen Titel mit Tracknummer und Titel versehen werden. Die explizite Angabe der Parameter als Großbuchstaben sorgt dafür, dass keine weiteren Tags bestätigt werden müssen:

id3ed -KS *.mp3

Den Erfolg der ganzen Aktion zeigt schließlich:

id3ed -i *.mp3

Auch id3ed hat so seine Probleme: id3ed schreibt nur v1-Tags, aber leider können viele Player nicht frischer und Umlaute werden je nach eingestelltem Zeichensatz nicht richtig übernommen (im Zuge der Player-Kompatibilität verzichtet man bei Mägo de Oz oder Mötley Crüe) eh besser auf den Heavy-Umlaut…