-
iPhone: Einfach nur peinlich ist, dass Apple bei weiteren Applikationen, die Funktionalität der eigenen Anwendungen nachbilden, den Stecker zieht. Erwischt hat es diesmal einen Mailclient, der angeblich Verwirrung stiften könnte. Verstehen muss ich das nicht, oder? Schließlich kann man davon ausgehen, dass nur Kunden im AppStore nach Mailclients suchen, die mit dem vorinstallierten nicht zufrieden sind. Damit derartige Ablehnungen künftig nicht qualifiziert an die Öffentlichkeit kommen, versieht Apple die Ablehnungsbescheide schon einmal mit eigener NDA. Mit der Meta-Top-10-Liste und dem Entwicklerprotest ist das Thema iPhone für mich gegessen.
-
Android: Googles Software-Plattform Android debüttierte unterdessen auf Hardware, die noch hässlicher und fetter ist, als so ziemlich alles seit dem Nokia 9110i (Test bei Golem.de). Entwickeln muss man in Java. Aber nicht mit den APIs, die man von J2ME und anderen gewohnt ist, sondern mit Androids eigenen APIs. Im Gegensatz zur relativ liberalen Lizenzierung des SDK spornt das nicht gerade zur Portierung existenter Anwendungen an. Immerhin verspricht Android bald omnipräsent zu sein: Der nächste Schritt sind Infotainmentsysteme im Auto.
-
Netbooks und MIDs: Erinnert Ihr Euch noch daran, wie vor gut zwei Jahren der UMPC zur Zukunft des mobilen Computing hoch- und ganz schnell wieder abgeschrieben ([en]) wurden? Mittlerweile sind Netbooks einfach da, dennoch wird — bald sind höher integrierte Atoms verfügbar — schon einmal vorsorglich das Zeitalter der MIDs (Mobile Internet Devices) ausgerufen. Ich bin da skeptisch, als Nutzer von Netbook und Internet Tablet würde ich im Zweifel zu einem kompakten Netbook greifen. Viel lieber hätte ich ein simples, billiges Tablet mit sieben oder acht Zoll und 1024x
768600, mit dem man so komfortabel wie mit dem Netbook surfen und im Zweifel per BT-Tastatur tippen kann. -
Garantiert kein Netbook ist das Celio Redfly Mobile Companion (Produktseite). Letzendlich handelt es sich bei dem eckigen Gerätchen um eine externe Tastatur und Maus mit großem Display, die in einem Netbook-ähnlichen Klappgehäuse stecken. Ohne Speicher, ohne OS und ohne eigene Logik. Eigentlich ist die Idee verdammt gut, allerdings setzt das Celio ein Windows Smartphone voraus und möchte per USB angebunden werden. Bluetooth und Offenlegung des Kommunikationsprotokolls bitte, dann passt das Ganze zum Neo Freerunner.
-
MP3-Player: Die Veröffentlichung von Rockbox 3.0 hat mich wieder daran erinnert, dass ich ja gerade einen einfachen suche. Aber keinen komplexen, der mit Rockbox läuft, eher einen einfachen mit zwei bis vier GB, primär für den Sport und ab und an gegen die Langeweile. Er sollte also leicht unter Linux zu befüllen sein — MTP oder Massenspeicher? Nett wäre das Abspielen von AVIs und richtig cool wäre es, wenn er von Xvid-AVIs dazu anbieten würde, nur die MP3-Tonspur abzuspielen. Einen richtigen PMP benötige ich nicht: Das Nokia N800 genügt, um unterwegs Filme anzusehen. Erfahrungen, anyone?
Monthly Archives: September 2008
Randnotizen, 17. September 2008: Netbooks, Maemo, iPhone und Google
Und wie immer ein paar kurze, knackige Zusammenfassungen der letzten Tage:
-
Netbooks: Langsam wird es langweilig bei den Neuvorstellungen, die nichts Neues bringen. Für Erstkäufer hält The Register einen “Buyer’s Guide” bereit. Auch Die Zeit ist auf den Zug aufgesprungen — als Aufhänger muss die Aldi-Aktion von vor zwei Monaten dienen. Unterdessen schickt sich Acer an, Asus rechts zu überholen. Die Distributionsauswahl ist mittlerweile um einen grünlichen Ubuntu-Abkömmling und ein blaues BSD-Derivat (a lot faster than XP — WTF???) reicher geworden. Das mit der angeblich hohen Geschwindigkeit glaube ich erst, wenn das Akoya Mini zwei Atoms in einem Package mitbringt…
-
iPhone: Während die 3G-Probleme langsam behoben werden, tauchen potentielle Sicherheitslücken auf. So hat der “iPhone-Forensiker” Jonathan Zdziarski einen recht eleganten Weg gefunden, die Screenshots, die für die Verkleinerung von Anwendungen erstellt werden, auszulesen. Offenbar swappt Apple einiges oder verwendet temporäre Dateien, die nachher nicht sauber überschrieben werden. Es lebe Hardwarebeschleunigung, wo derartige Effekte alleine von der Graka durchgeführt werden. Daraus kernige Schlagzeilen wie “Dein iPhone spioniert Dich aus!” zu generieren, geht an der technischen Wirklichkeit vorbei. Daher keine Links. An der AppStore-Front wird immer noch scharf geschossen: Da wird eine Anwendung abgelehnt, weil sie Funktionen des Duos iPhone plus iTunes enthält. Immerhin kann man gegen Cash am Beta-Programm teilnehmen — scheint, dass sich die AdHoc-Distribution zur echten AppStore-Alternative entwickelt. Unterdessen taucht die nächste Tethering-Applikation auf, allerdings nur für Nutzer des Jailbreaks. Anhaltende iPhone-Probleme geben dem Nokia-Mann Chipchase Stoff zum Lästern: 74% of Japanese iPhone users have it as a second phone.
-
Google: Künftige Chrome-Versionen werden wohl keine Nutzernamen und Passwörter, keine GET-Parameter, sowie keine https://-URLs mehr übertragen. Beim Vorschlag ab dem zweiten Buchstaben (bei normalen http://-URLS) scheint es aber zu bleiben. [Update: Laut Golem ist ein frischer Build verfügbar, ob dieser bereits den neuen Omnibox-Code enthält, ist nicht bekannt] Zeit, die Omnibox zumindest für eigene Builds weiter anzupassen. Immerhin. Zwischenzeitlich wird Android auf seinen Launch vorbereitet (HTC Dream für $199?). Ich bin zwar kritisch Google gegenüber, aber wenigstens setzt Google auf die Faulheit der Nutzer und gibt uns Nerds die Freiheit zu basteln.
-
Maemo: Noch mehr Freiheit zu basteln gibt es bei Maemo, wo die nächste Release ansteht, welche natürlich die Spekulationen um künftige Hardware nährt. Mit der Debian-Basis ist immerhin die Software-Nachinstallation robust, auch wenn das Hinzufügen zu den Paketquellen komfortabler gelöst sein könnte. Den Nokia-Leuten werden sicher ein paar Ideen einfallen, um einen künftigen Maemo-Marktplatz optisch attraktiver gestalten zu können.
-
Sonstiges: Epaper im Massenmarkt — mit der Flexibilität des <blink>-Tags +++ RFID für Bastler (Bild) — allerdings lassen sich viele der vorgeschlagenen Ideen, welche Interaktion benötigen, billiger mit QR umsetzen +++ Hausdurchsuchung bei einem Zeugen +++ Bletcheley-Park soll renoviert werden +++ Keine Chance, von der TSA Watchlist herunterzukommen? Einfach den Namen ändern — wundert Euch also nicht, sollte ich bald als Matthieu François Schlenker unterwegs sein! +++ Mehr Angst vor Strafverfolgungsbehörden und dem Finanzamt als vor Piraten auf offener See?
Ubuntu 8.10 Alpha 5 und vier Netbooks
So, ich konnte in den letzten Tagen Ubuntu 8.10 Alpha 5 auf drei Netbooks testen und kann davon gleich aufs vierte (und vielleicht das fünfte) schließen. Als Installationsmethode habe ich die Alternate-Install von USB-Stick verwendet, die ich hier beschreibe, als Bootimage ubuntu-8.10-alternate-alpha5-20080909-i386.usb.zip von http://eeepc.mattiasschlenker.de/. Meine bisherigen Ergebnisse im Einzelnen:
Randnotizen, 6. September 2008: Android, Captchas, Netbooks
Und wieder einmal die relevanten Ereignisse der Woche in der Kurzzusammenfassung:
-
Netbooks: Es ist nicht mehr schön: nun wird auch die Marke Commodore wieder ausgegraben. Boingboing titelt “Marken-Negrophilie”. Unterdessen starten die Chinesen mit ihrer eigenen Interpretation des 100$-Notebooks. Allerdings mit einem Prozessor mit MIPS-Befehlssatz, für den möglicherweise keine Lizenzen vorhanden sind (die dürften das Gerät dann nochmal fünf bis zehn Euro teurer machen). Das Dell Inspiron Mini 9 wird nun ausgeliefert — ohne F-Tasten und zunächst wohl auch ohne Ubuntu. Diese Woche habe
ichich einen EeePC 900A erhalten und werde in der Folge Ubuntu-Images auch für die Atom-Gerätchen anfertigen. Einen kleinen Blick in die Atom-Zukunft hat Engadget: Erst Herbst 2009 sollen die Pineview-Prozessoren mit integriertem Grafikkern erscheinen. -
Android: In der Android Developer Challenge stehen nun die Gewinner fest. Die Sieger-Apps verbinden auf geniale Art und Weise Kamera, Web und den per aGPS ermittelten Standort. Bitterer Beigeschmack: Google kannte bislang nur unser Surfverhalten, wer die vorgestellten Anwendungen intensiv nutzt (nur zu verlockend), liefert dem Suchmaschinengiganten auch seine Standortdaten frei Haus
-
Unsere Server: Aus technischen Gründen laufen derzeit die meisten Sites auf der kleinen Maschine, die deshalb stellenweise zäh zu erreichen war. Nun ist der größte RAM-Nutzer identifiziert: Der hinter Jochens www.odsport.de steckende Kater will wenigstens 400MB für sich haben. Jochen musste deshalb schon auf die schnelle Maschine umziehen. Stattet ihm doch einen Besuch ab. Mittelfristig wandern alle Webserver auf die schnelle Maschine, die Mailsysteme auf die langsame, dann sollte es wieder mit gewohnter Geschwindigkeit gehen.
-
Schräg: ZDnet hat herausgefunden, warum auch komlexe Captchas heute schnell geknackt sind: Da sitzen in Indien Menschen vor dem Computer, die Captchas in einer Rate von je bis zu fünfhundert Stück pro Stunde lösen. In diesem Fall helfen nur Textaufgaben wie : “Berechnen Sie die Summe aus der dritten Wurzel von siebenundzwanzig und dem Produkt aus fünf und der Quadratwurzel von einhunderteinundzwanzig!”
Chrome-Großdeutschland — Gewinnspiel
Der Chrome-Comic lädt zu Manipulationen ein. Gerade die Veranschaulichung komplexer Sachverhalte in wenigen Strichen zwingt geradezu zu Modifikationen. Boingboing weist auf einige ironische Interpretationen hin. Großdeutschland (Seite 13) ist nicht dabei.
Was könnte in diesen Sprechblasen stehen?

Die Spielregeln sind einfach: Ihr füllt die Sprechblasen aus und hinterlasst Links, Trackbacks oder schickt mir Eure Interpretation per Mail. Nächsten Freitag werden wir im kleinen Team dann den Gewinner auslosen. Der oder die Gewinnerin bekommt einen Kasten Reudnitzer oder zwei Flaschen Wein von meinem Lieblingsweingut. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Zum Thema
- Herr Baschitzsch zur Interpretation des Logos von Thomas Vehmeier — ICH musste irgendwie sofort an die Afrikaner Weerstandsbeweging denken…
- Chrome-Diskussion im Lawblog
Trackbacks sind angeschaltet…
Warum normale Anwender die Finger von Chrome lassen sollten
Gestern habe ich erklärt, warum Webentwickler mit Google Chrome testen sollten und warum Chrome einen positiven Einfluß auf die Zukunft des Browsermarktes allgemein haben wird. Dafür bin ich vor allem auf technische Neuerungen eingegangen. Heute möchte ich mich mit den Implikationen für normale Surfer auseinandersetzen. Dass Chrome für den Alltagseinsatz noch nicht empfohlen werden kann, hat vor allem Gründe, die in Googles Sicht der Welt zu suchen sind.
Warum das Web Google Chrome braucht
Seit zwei Tagen ist Google mit einem eigenen Browser am Markt, der wie kaum ein anderes Produkt polarisiert.
Während die einen einen neuen Browserkrieg am Horizont ausmachen, ächzen andere über die vermeintliche Fragmentierung des Netzes.
Doch Chrome kommt gerade recht: Lesen Sie, warum bald jeder Surfer von Chrome profitieren wird, selbst wenn er den Google-Browser nicht einsetzt. Continue reading
