Randnotizen, 30. Januar 2009: Intels Hang zu Linux, russische Betriebssysteme, Mobiltelefone

Wieder ist mehr Zeit ins Land gegangen, als ich eigentlich zulassen wollte. 2009 fängt genauso arbeitsreich an wie 2008 aufgehört hat. Immerhin sind langsam die Früchte eines sehr stressigen Dezembers erkennbar: Seit heute ist das bei Data-Becker erschienene Sonderheft WordPress am Kiosk, an dem ich ein wenig mitgearbeitet habe.

Und sonst?

  • Moblin macht Fortschritte: Intel pusht derzeit seine eigene Netbook- und MID-Entwicklungsplattform Moblin und hat in den letzten Tagen Alpha 2 veröffentlicht (erste Eindrücke). Auch wenn viel Feinarbeit bleibt, kann sich Moblin auf konzeptioneller Ebene sehen lassen: Ein neuer Connection Manager “ConnMan” soll flexibler als Network Manager sein, die Clutter-Oberfläche macht Fortschritte und neue Build-Scripte sollen beim Anpassen von Images helfen. Das Core-Image enthält Treiber unter anderem für ältere EeePCs. Interessant ist, dass Intel Moblin nun primär auf Netbooks fokussiert, MIDs sind noch nicht genug ins Interesse der Verbraucher gerückt.

  • Eiskalt erwischt hat die Netbook-Welle Microsoft. Nur um Marktanteile zu behalten, “verkauft” man Windows für Netbooks ab 10$ und gibt gerne auch noch Werbekostenzuschuss dazu. Da muss Windows 7 natürlich schnell fertig werden, um wieder ein halbwegs modernes System zu haben. Eiskalt und unkalkuliert dürfte für Microsoft aber Intels Aufkündigung der stillschweigenden Vereinbarung, Betriebssysteme und Prozessor gegenseitig leistungsmäßig hochzuschaukeln gekommen sein. Intel baut einfach kleinere Prozessoren, die auf Preis und Die-Größe optimiert sind und entwickelt dann auch noch an Linux mit um diese Prozessoren optimal auszunutzen. Klar, dass Microsoft angepisst ist, auch wenn es keinen direkten Zusammenhang mit den anstehenden Entlassungen gibt.

  • Netbooks nur ein Hype? Klar sind Netbooks ein Hype. Allerdings wird die Gerätekategorie auch noch existieren, wenn in einem oder zwei Jahren der Markt gesättigt und sich ein flexibler Formfaktor herauskristallisiert hat (sieht nach zehn Zoll aus). Einer möchte das nicht wahrhaben und argumentiert stattdessen damit, dass Netbooks die Softwareindustrie zurückwerfen, weil man ja die Anwendungen von Adobe, Microsoft und Electronic Arts so schwer drauf nutzen kann. Ich mutmaße einmal, er hat nicht verstanden, wofür das “Net” im Gattungsbegriff steht.

  • Testgerätchen: Ein nagelneuer EeePC 901GO mit integriertem HSDPA/HSUPA liegt bei mir im Büro. Der wird in den nächsten Tagen angetestet.

  • Die Russen kommen: Putin braucht keine Hilfe von Michel Dell. Das mit der IT-Infrastruktur bekommt man schon selbst hin! Angeblich möchte Russland ein nationales Betriebssystem entwickeln. Am wahrscheinlichsten ist ein nach dem Modell von Redflag Linux entwickeltes System auf freier Basis. Ob es dann nur auf Elbrus-Prozessoren läuft?

  • Handys und Tarife: Wenn ich mir den Golem-Test des G1 anschaue, bin ich froh, dass ich ein simples Series60-Telefon geholt habe. Dieses synchronisiert nicht ständig Adressbuch und Kalender mit Googles Servern. Datenschutz ist die eine Sache, Roaming-Gebühren im Ausland sind die andere. Apropos Gebühren: T-Mobile hat in den neuen Tarifen gleich mal die Datennutzung mit mehreren Endgeräten verboten. Handy als Bluetooth-Modem fürs Notebook benutzen? Darf man nicht mehr, trotz Drosselung.

    Zwischen Apple und Palm könnte es bald zu Patentstreitigkeiten kommen. Apple deutete an, dass Palm die Multitouch-Patente verletze. Ein US-Patentanwalt hat aber einige Palm-Patente gefunden, die wohl von Apple verletzt werden. es läuft wohl auf eine Einigung hinaus. Die erwähnten Patente strotzen nur so vor Trivialität, dass sie gut als Munition gegen Softwarepatente dienen können.

3 thoughts on “Randnotizen, 30. Januar 2009: Intels Hang zu Linux, russische Betriebssysteme, Mobiltelefone

  1. Christian Meier

    Die angekündigte Patentklage gegen Palm zeigt deutlich den Unsinn von Softwarepatenten. Bleibt nur zu hoffen, dass wir in Deutschland von solchen Instrumenten verschont bleiben!

  2. Christian Meier

    Die angekündigte Patentklage gegen Palm zeigt deutlich den Unsinn von Softwarepatenten. Bleibt nur zu hoffen, dass wir in Deutschland von solchen Instrumenten verschont bleiben!

    BTW: Die JavaScipt und Captcha ist eine nicht so klasse Kombination

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